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Der Fastnacht- und Brauchtumsverein Finther Freiherrn und Freifrauen 1992 e.V., gründet auf den geschichtlichen Fundamenten in Finthen. Bei näherer Betrachtung fällt der Name Jungenfeld ein - eine in Mainz noch heute ansässige Adelsfamilie, deren Wurzeln bis ins Mittelalter zurück führen, die in Finthen ihren Sommersitz hatte.

 

Wer und was waren nun diese Familienmitglieder und was hat diese Familie mit unserem Verein zu tun?

 

Beginnen wir mit Johann Conrad Freiherr Gedult von Jungenfeld. Er war von 1649-1697 kaiserlicher Reichspostdirektor in Mainz (Kurmainz) und er erwarb 1676 die Lehensgüter des ausgestorbenen Geschlechts "Zum Jungen" in der Weisenauer Gemarkung, das sogenannte "Jungische Feld".

 

Johann Edmund Freiherr Gedult von Jungenfeld (1652-1727), war Dekan des St. Peterstifts, des Liebfrauenstifts zu den Staffeln und des Heiligkreuzstifts, und von 1703-1727 Weihbischof des Bistums Mainz in partibus Rheni (Sitz in Mainz).

 

Im Jahr 1697 erwarb Weihbischof Gedult von Jungenfeld von dem Grafen Rudolph von Stadion in Finthen ein reichsfreies Hofgut. Zu dem ursprünglichen Gut aus dem Besitz von Hugo Lerch von Dirmstein gehörten Stallungen mit einer Scheune, ein 1 Hektar großer Garten mit einem Weiher, einer Insel und einem Weiherhaus. An der Stelle des alten Wohnhauses ließ Bischof von Jungenfeld das neue Herrenhaus an der Stelle, dem heute, als "altes" Lehrerhaus bekannte Gebäude, in der Ortsmitte gegenüber vom alten Rathaus errichten. Das ursprünglich zweigeschossige Gebäude entspricht mit den Stilelementen, profilierte Sandsteingliederung, Krüppelwalmdach und gebohrte Fensterrahmen der damaligen Zeit. An dessen hofseitigem Portal ist das Wappen des Bischofs mit der lateinischen Bauschrift

PRO FAMILIA/ EDM VUNDS DE JVUNGEN/FELT EPVS MALLESNIS SVF/FRA GA NVUS MOGNVS/THEOL. DOCTOR ET S. PETRI (B. M. VIRG AD GRADVS ET S. /CRVCIU DECANVS EX/STRVCXIT ANNO/1719

noch erhalten und lautet in der Übersetzung:

 

"Für die Familie. Edmund von Jungenfeld, Titularbischof von Mallos, Weihbischof in Mainz, Doktor der Theologie, Dekan des St. Peterstifts, erbaute (dieses Haus) 1719".

 

Außer dem Postmeister und dem Bischof ist auch ein Bürgermeister aus der Familie hervorgegangen. Franz Frei- herr Gedult von Jungenfeld lebte von 1778-1840, und wurde nach der französischen Besatzung unter Napoleon als Bürgermeister in Mainz eingesetzt. Während seiner Amtszeit wurde das heutige Schloßgymnasium, die Dampf- schifffahrt und der Turnverein 1817, der heute älteste Turnverein in Deutschland, gegründet.

 

Vieles ist in Finthen mit dem Namen der Adelsfamilie von Jungenfeld verbunden. Der Jungenfeld´sche Garten eine ehemals bekannte Gaststätte mit Ballsaal. Der Jungenfeldplatz und die direkt daran vorbeiführende Jungenfeldstrasse zwischen Obstmarkt- und Poststraße.

 

Im Sinne des Brauchtums und der Fastnacht, beides sind Attribute unserer rheinlandpfälzischen Landeshauptstadt, erfolgte die Gründung des Fastnacht- und Brauchtumsvereins Finther Freiherrn und Freifrauen im Einvernehmen mit der Familie und der Unterstützung durch Herrn Pfarrer Freiherr Edmund Josef Gedult von Jungenfeld, leider im vergangenen Jahr verstorben, am 10. Juli 1992 in der in nachbarschaftlicher Nähe gelegenen historischen Gaststätte "Zum Turnerheim".

 

Im Gegensatz zu den meisten Mainzer Fastnachtskorporationen hat unser Verein somit keinen militärischen Hinter- grund. Wir tragen aus diesem Grunde auch keine Waffen (Attrappen), sondern das Familienwappen mit den Initialen FvJ gemeinsam mit dem Finther Wappen in unserer Vereinsstandarte. Wir tragen Uniformen, die in Anlehnung der Arbeits- und Ausgehkleidung der Familie des damaligen Postmeisters gefertigt wurden.

 

Außer dem eigentlichen Gedanken der Brauchtumspflege und der Fastnacht, fördert der Verein die Jugend in musikinstrumentaler Ausbildung und im Tanzsport.

 

Dabei unterstützen 36 Ratsherren und Ratsfrauen in dankenswerter Weise die Ziele des Fastnacht- und Brauchtumsvereins in materieller, finanzieller und ideeller Hinsicht. Außerhalb der närrischen fünften Jahreszeit, führen wir Vortragsabende zu aktuellen Themen mit eigenen aus den Reihen der Ratsleute, national und international anerkannten Fachleuten, durch.

 

Seit dem vergangenen Jahr bieten wir der weit über die Grenzen von Mainz durch Funk und Fernsehen bekannte Gesangsgruppe "Die Finther Schoppesänger" eine vereinsinterne Heimat. Wir bemühen uns um eine erfolgreiche und in kultureller Hinsicht gedeihliche Zusammenarbeit. Über diese Erweiterung in unserem Verein freuen wir uns und wünschen uns eine gute gemeinsame Entwicklung.

 

Innerhalb der über 40 Finther Vereine sehen wir uns gut aufgestellt. Wir sind ein bürgerlicher Verein und bleiben dem Brauchtum im Sinne der Mainzer und der Finther Fastnacht eng verbunden. Wir werben für unsere Ziele und freuen uns über unsere Erfolge, sowie über die Anerkennung innerhalb der Mainzer Fastnacht.

 

Für den Fall, dass wir Ihr Interesse an uns geweckt haben, stehen wir für weitere Informationen in unserer Geschäftsstelle in der Poststraße 69 (Mainz-Finthen), nach vorheriger Terminvereinbarung, gerne zur Verfügung. Sie sind herzlich willkommen.