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Bericht: Wein und Gesundheit

Finthen, 14.05.2013

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Wein und Gesundheit
 
Der bekannte Finther Mediziner und Heimatforscher Prof. Dr. med. Benno König, präsentierte im Rahmen des Kulturprogramms der Freiherrn- und Freifrauen e V. einen interessanten Vortrag zu dem Thema "Wein und Gesundheit".
Das hätte sich der Veranstalter nicht zu hoffen gewagt, der Veranstaltungsraum im Hotel-Restaurant Babbelnit war bis zu dem letzten Platz besetzt, sodass noch Stühle hinzu gestellt werden mussten, damit alle Teilnehmer einen Platz hatten. So groß war das Interesse an dem Referat. Edgar Kalberlah, Sprecher der Freiherrn- und Freifrauen e.V. begrüßte viele Gäste unter anderem auch die frühere Landtagspräsidentin Helga Hammer.
 
Prof. König hatte sein Referat in drei Bereiche aufgeteilt. Einmal die Historie des Weines, Wein als Alkoholikum und Wein als Kulturgut Gesundheit.
 
Wein ist ein traditionelles Kulturgut mit einer sehr umfangreichen Geschichte.
So konnte man in 9000 Jahre alten Tongefäßen aus China nachweislich Reste von Stoffen, die nur im Wein enthalten sind feststellen.
6 Millionen Jahre Weingeschichte ist bekannt, so ist es kein Wunder dass Wein die bekannteste und beliebteste Obstart der Welt ist. 600.000 ha Weinanbaufläche sind aus China bekannt, wobei dort der Wein nie das Volksgetränk Nummer eins war und ist.
Auch die alten Ägypter kannten vor 5000 Jahren schon Wein. Im Grab von Pharao Tut Esch Amun wurden Rückstände, die auf Rotwein hinweisen, gefunden. Wein war im alten Ägypten nicht nur Genussmittel und Medizin, Wein wurde auch den Göttern geweiht und war nur einer bestimmten Oberschicht vorenthalten.
Nachweislich war bekannt das zur gleichen Zeit in Meseportanien Wein angebaut wurde, der von dort nach Griechenland und nach Nordafrika gelangte. Da die Muslime den Wein als Werk des Teufels ablehnten, wurde die Verbreitung des Weines durch das Osmanische Reich behindert, konnte aber nicht aufgehalten werden.
Als der Wein schließlich seinen Einzug in Italien und den restlichen Mittelmeerländern hielt, war der Weg zu uns nicht mehr weit.
In unseren Breiten wurde zuerst rund um den Bodensee der Wein angebaut, bevor er an den Rhein kam. Die alten Römer sahen im Wein zuerst ein Nahrungsmittel, Genussmittel und Desinfektionsmittel. Selbstverständlich kannten sie auch seine berauschende Wirkung, welcher dieser bei zu starkem Genuss auslöste. Da die Römer auf ihren Wein nicht verzichten wollten nahmen sie ihn einfach mit zu uns. Der Wein aus unserem Anbaugebiet schmeckte jedoch intensiver, zum Teil aromatischer, was wohl an dem hiesigen Klima und den hier vorhandenen mineralreichen Böden liegen musste. Schon in der Bibel war Wein ein größeres Thema. Bei Noah, Lot und der Hochzeit zu Kana spielte Wein eine Rolle. Die Statuengruppe „Anna Selbtritt“, die in der Klosterkapelle der Schwestern von der göttlichen Vorsehung in der Finther Poststraße steht, zeigt deutlich dass Wein in der damaligen Zeit eine gewisse Rolle gespielt haben muss.  
So brauchte man sich nicht zu wundern dass bei uns im Laufe der Jahre die Klöster die Vorreiter im Weinanbau waren. Sie forschten, dokumentierten und gaben Ihr Wissen weiter.
In der Finther Gemarkung ist der Weinanbau seit 1287 nachgewiesen. Die Anbaufläche zu dieser Zeit betrug 30-40 Morgen.
Österreicher Kleingerber, Portugiese, Grauer Burgunder und Riesling waren die damaligen Sorten, die überwiegend in den Gemarkung steilen „Am Wartberg und Am Tollkirsche“ angebaut wurden.
Immerhin die Finther produzierten um 191o über 18.ooo Liter guten Mittelklasse Wein.
Dann kam die Reblaus, die größte Herausforderung jener Zeit, Aber die Weinforschung half, auf resistenten amerikanischen Rebwurzeln aufgepfropfte Reiser waren immun gegen die Reblaus. Die anderen Krankheiten, wie echter und falscher Mehltau, Spinnmilben und viele weitere mögliche Krankheiten und Schädlinge mussten auf die herkömmliche Art mit Schädlingsbekämpfungsmitteln behandelt werden. Aber all das tat dem Weinanbau keinen Abbruch. Die bekanntesten Finther Weinanbauer, waren die Familien Hochhaus/Frenz, Peter Geyer, Familie Reichert.die Großeltern von Prof.2 König und einige weitere.
Als Jakob und Irene Frenz 1985 ihren Weinberg auf dem Warberg rodeten war der Weinanbau in Finthen beendet. Grund waren nicht nur die Krankheiten, welche bekämpft werden mussten, sondern andere Kulturen wie Obst und Spargel, die auf den perfekten Finther Böden optimal gediehen und wesentliche höhere Einnahmen wie der Wein ermöglichten. Kein Problem für die Finther rund herum in Rheinhessen wird nach wie vor erfolgreich Wein angebaut und dies mit einer hervorragenden Qualität.
Der Weingenuss hat keine Einschränkungen erlebt. Schließlich ist der Wein moderat genossen, beim Mann o,3 bis 0,4 Liter pro Tag, bei der Frau 0,2 bis 0,3 Liter pro Tag ein Genussmittel, dem man noch gesundheitlich fördernde Wirkungen zu schreibt.
 
So hat der Wein eine positive Wirkung zur Vorbeugung von Herzinfarkt, bei Diabetes, Bluthochdruck, kann Gefäßverengungen vorbeugen und vielem mehr.
Wein hat 900 verschiedene Inhaltsstoffe, viele Vitamine und segendäre Pflanzenstoffe wie Resveratrol.
Schon Hildegard von Bingen erkannte, wie viele weitere Persönlichkeiten ihrer Zeit, die guten Eigenschaften und Vorteile, die der Weingenuss mit sich brachte.
 
Heute sind, was die Weinforschung anbetrifft, das Deutsche Weininstitut und die Forschungsabteilung der Johannes Gutenberg Universität sehr aktiv.
Ja es gibt schon viele positive Zusammenhänge in Verbindung mit dem Wein.
 
Natürlich kennt man auch die andere Seite.
 
Übermäßig genossen kann Wein nämlich schlimme Folgen mit sich bringen.
Einmal für die Gesundheit, Beruf, Ehe, Partnerschaft, sozialer Abstieg.
 
Alleine die Kosten zur Heilung eines alkohol- abhängigen Menschen sind enorm.24.000 Menschen sterben jährlich an den Folgen von übermäßigem Alkoholgenuss und dessen Spätfolgen. Zum Vergleich 120.000 Personen sterben jährlich auf Grund von übermäßigem Tabakgenuss.
 
Wichtig ist, das die positiven Seiten des Weines überwiegen und den Menschen helfen ihr Leben etwas optimaler zu gestalten und in den Genuss der vielen guten Eigenschaften des Weins gelangen..
 
Auf jeden Fall war der Vortrag von Herrn Prof. Dr. med. Benno König eine Bereicherung.
Umfassend recherchiert, hervorragend und für jeden klar und verständlich vorgetragen, hat doch so mancher Teilnehmer neue Erkenntnisse vermittelt bekommen, mir denen er nicht gerechnet hätte.
Das wusste auch Edgar Kalberlah, der Sprecher der Freiherrn- und Freifrauen zu schätzen und bedankte sich mit einem passenden Weinpräsent.
 
WKL
 
 

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Zuletzt geändert am: 14.05.2013 um 16:14:28


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